
Der Altbau und die Spuren späterer Veränderungen erzählen von mehr als drei Jahrhunderten Baugeschichte. Die Aufgabe besteht darin, die historische Substanz zu sichern, prägende Bauteile wieder sichtbar zu machen und das Gebäude behutsam an heutige Wohnanforderungen anzupassen. Dabei wird der Denkmalschutz nicht als Einschränkung, sondern als Grundlage des Entwurfs verstanden. Zudem soll das Einfamilienhaus um Wohnraum erweitert und zu einem Zweifamilienhaus umgebaut werden.
Wir begleiten das Projekt vom Bauantrag über die Bauleitung bishin zur Ausführung.
Brey am Mittelrhein
Sanierung eines Fachwerkhauses von 1720 unter Denkmalschutz
Bauen im Bestand · Denkmalsanierung · Kulturdenkmal
Bestandsanalyse · Bauantrag · Planung · Bauleitung · Ausführung der Gewerke
Das Fachwerkhaus aus dem Jahr 1720 prägt seit über 300 Jahren das Ortsbild von Brey. Im Laufe der Zeit wurde das Gebäude verändert und an Nutzungswünsche angepasst. Neben der historischen Fachwerkkonstruktion entstand ein Anbau, der den ursprünglichen Charakter des Hauses teilweise überlagert. Ziel ist, den historischen Fachwerkcharme mit modernen Wohnansprüchen zu verbinden Grundlage der Planung waren eine enge Abstimmung mit dem Denkmalschutz sowie eine sorgfältige Bestandsaufnahme der vorhandenen Konstruktion.

Planung und Bauantrag
Vor Beginn der Planung wurde der Bestand umfassend analysiert. Das historische Tragwerk aus Holz, Lehm und Naturstein wies die für sein Alter typischen Veränderungen auf. Neben Feuchteschäden und einzelnen Verformungen prägte vor allem der Anbau aus den 1960er Jahren das Gebäude. Auch Veränderungen an der Dachkonstruktion und im Inneren hatten die ursprüngliche Gebäudestruktur verändert. Ziel der Bestandsanalyse war es, den ursprünglichen Aufbau des Hauses zu verstehen und die erhaltenswerten Strukturen von späteren Veränderungen zu unterscheiden.



Die Planung orientiert sich an der bestehenden Konstruktion des Hauses. Spätere Ergänzungen, die die historische Substanz beeinträchtigen oder verdecken, werden zurückgebaut. Gleichzeitig entstehen neue Wohnräume, die den heutigen Anforderungen entsprechen, ohne den Charakter des Gebäudes zu verändern.
Ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahme ist der Rückbau eines Anbaus aus den 1960er Jahren. Dadurch wird das ursprüngliche Fachwerk wieder freigelegt und die historischen Fachwerkstrukturen noch erkennbar. Im Inneren werden Grundriss und Haustechnik an heutige Wohnanforderungen angepasst.
Das historische Fachwerk bildet das tragende Gerüst des Hauses und prägt seinen Charakter. Wo möglich, bleiben die ursprünglichen Strukturen erhalten erhalten und werden bei Bedarf instand gesetzt.
Auch Lehmgefache, Natursteinwände und historische Oberflächen werden erhalten und mit materialgerechten Baustoffen repariert. Die Konstruktion bleibt sichtbar und prägt weiterhin die Fassade und Teile der Innenräume.

Die energetische Sanierung eines denkmalgeschützten Fachwerkhauses unterscheidet sich grundlegend von der Modernisierung anderer Altbauten. Historische Konstruktionen aus Holz, Lehm und Naturstein reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit und benötigen daher Baustoffe, die ihre bauphysikalischen Eigenschaften erhalten.
Das über 300 Jahre alte Fachwerkhaus wird einer Reihe von energetischen Sanierungsmaßnahmen unterzogen, um die Energieeffizienz zu verbessern. Zu den Maßnahmen der energetischen Sanierung zählen der Einbau neuer Fenster und Türen, der Einbau einer Wärmepumpe, die Installation von Fußbodenheizungen sowie das Anbringen einer innenliegenden Wärmedämmung und die Dämmung des Dachstuhls. Die neuen Holzfenster werden von einer Schreinerei speziell für das Gebäude angefertigt und orientieren sich an den historischen Vorbildern. So bleibt das Erscheinungsbild des Hauses erhalten, während der Wärmeschutz deutlich verbessert wird.
Bei allen Maßnahmen steht nicht das einzelne Bauteil, sondern das Zusammenspiel von Konstruktion, Material und Nutzung im Vordergrund. Das Ziel ist ein Gebäude, das nach der Sanierung zukunftsfähig aufgestellt ist und seine historische Substanz bewahrt.
Im Zuge der Sanierung wird das bisher als Einfamilienhaus genutzte Gebäude zu einem Zweiparteienhaus umgebaut. Die neue Raumaufteilung orientiert sich an der bestehenden Gebäudestruktur. Historische Bauteile bleiben erhalten und werden dort ergänzt, wo es für die neue Nutzung erforderlich ist. Gleichzeitig werden alle Geschosse mit neuen Wand- und Bodenbelägen ausgestattet, die sich zurückhaltend in den Bestand einfügen.

Von der ersten Idee bis zur Realisierung begleiten wir Bauvorhaben in allen Planungs- und Ausführungsphasen. Dabei verstehen wir Architektur als kontinuierlichen Prozess, bei dem der Bestand, der Ort und die Anforderungen der Bauaufgabe gleichermaßen einfließen.
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